Deutschland

"Kein Kaffee für Nazis" – Berliner Café verweigert AfD-Anhänger Heißgetränk

Die Betreiberin eines Berliner Cafés weigert sich, einen Kunden zu bedienen, den sie als Anhänger der AfD ausgemacht hat. Über den Vorfall berichtet sie in den sozialen Medien – und kündigt an, "Nazis" auch künftig nicht zu bedienen. Der Gast hatte zuvor angeblich eine schwarze Frau beleidigt.
"Kein Kaffee für Nazis" – Berliner Café verweigert AfD-Anhänger Heißgetränk© Urheberrechtlich geschützt

Die Betreiberin eines Berliner Cafés hat einem Gast nach eigenen Angaben den Verkauf eines Kaffeegetränks verweigert, weil sie ihn als Anhänger der AfD ausgemacht haben will. Den Vorfall machte sie anschließend selbst in einem Video auf dem öffentlichen Instagram-Account ihrer Einrichtung publik – wie u.a. die Welt am Montag berichtete. Unter der Überschrift "No Latte for AfD" schilderte sie die Auseinandersetzung und kündigte an, auch künftig keine Personen zu bedienen, die sie als "Nazis" oder AfD-Anhänger einstuft.

Den AfD-Mann erkannte sie daran, dass er angeblich einen entsprechenden Button trug. Der Mann habe dann bei ihr einen Latte Macchiato bestellen wollen, was er "Latte Matschiato" ausgesprochen habe. Die Gastronomin berichtet weiter von der Begegnung:

"Ich so: 'Ich geb Ihnen keinen Latte Matschiato.' Und dann sagt er echt so: 'Ne Gastronomin, die muss voll unpolitisch sein.' Und ich so: 'Nö.'"

Einen Tag später legte die Betreiberin mit einem neuen Video nach, in dem sie über die negativen Reaktionen klagt, nachdem sie dem "AfD-Volltroll den Kaffee verweigert" hat.

"Was dann immer passiert: Man kriegt negative Bewertungen, als ob man irgendwie eine Gastronomie in Grund und Boden richtet. Mich ganz sicher nicht", gab sich die Gastronomin, die das Café seit neun Jahren betreibt, kämpferisch. "Wir werden immer, immer, immer existieren, und ich werde immer, immer, immer, wenn ich es erkenne, keinen Nazis Kaffee ausschenken, wieder, heute, Morgen."

Nach kritischen Reaktionen darauf aus dem Netz reifte bei ihr folgender Entschluss heran:

"Es hat mich darin bestärkt, ein Schild aufzuhängen, dass wir keinen Kaffee an Nazis oder solche, die es werden wollen, oder solche, die sich einfach für die AfD entscheiden, ausschenken wollen. Ich danke euch."

Mit Schildern, die Menschen aus Geschäften ausschließen, kennt man sich in Deutschland traditionell gut aus. Gegenüber der Berliner Zeitung schiebt die 53-jährige an Montag allerdings noch nach, dass der Gast zuvor eine schwarze Person beleidigt haben solle. Über so viel Kaffeesatzleserei kann man nur mit dem Kopf schütteln.

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