
Schweiz: Fünf Tote nach Busunfall im Engadin

Zwischen Zernez und Susch ist am Donnerstagnachmittag ein Reisebus von der Straße abgekommen, hat eine Leitplanke durchbrochen und ist einen Hang hinuntergestürzt. Fünf Menschen starben, 40 weitere wurden verletzt, drei davon schwer. An Bord waren 45 erwachsene Passagiere.

Der Unfall passierte gegen 16:45 Uhr auf der Engadinerstrasse, der Bus war Richtung Susch unterwegs. Er geriet zunächst in Kontakt mit der Leitplanke, durchbrach sie und kippte auf die Seite. Wenige Meter unterhalb der Fahrbahn blieb er liegen.
Die Kantonspolizei Graubünden geht von einem Selbstunfall aus, ein zweites Fahrzeug war nicht im Spiel. Wie genau es dazu kam, wird noch untersucht.
Ein Garagenmitarbeiter aus der Nähe wurde Zeuge des Unfalls. Sein Kollege war mit dem Auto kurz vor dem Bus unterwegs, als er plötzlich einen gewaltigen Knall hörte. Kurz danach sah er, dass der Bus auf der Seite lag.
Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz: sieben Helikopter und 13 Ambulanzen. Die Verletzten kamen in umliegende Krankenhäuser. 30 wurden leicht, sieben mittelschwer und drei schwer verletzt.
Die fünf Todesopfer sind noch nicht identifiziert. Laut Bündner Polizei dürfte es sich bei den Insassen überwiegend um niederländische Staatsangehörige handeln.
Geröll als mögliche Ursache
Warum der Fahrer die Kontrolle verlor, ist offen. Die Unfallstelle liegt in einer Baustelle, an der die Straße zeitweise nur einspurig befahrbar war.
Frank Radstake vom niederländischen Reiseverband ANVR sagte niederländischen Medien, der Fahrer habe wohl einem Felsbrocken auf der Fahrbahn ausweichen müssen. Bestätigt ist das nicht. Die Ermittler müssen erst klären, ob tatsächlich Geröll auf der Straße lag. Der Fahrer selbst kam laut Reiseverband unverletzt oder nur leicht verletzt davon.
Der Bus gehörte dem niederländischen Veranstalter Oad, der Gruppenreisen organisiert. Die Reisegesellschaft war am Montag in den Niederlanden gestartet, für Donnerstag stand ein Ausflug durch die Schweiz auf dem Programm.
Niederländischen Medien zufolge könnte es die Reise "Nauders und der Bernina-Express" gewesen sein: Vom Hotel im österreichischen Nauders geht es nach Tirano in Italien, mit dem Bernina Express weiter nach St. Moritz und mit dem Bus zurück nach Österreich – durchs Engadin, über Zernez und Susch.
Bundespräsident Guy Parmelin zeigte sich zutiefst bestürzt über den schweren Unfall in Graubünden, sprach den Angehörigen der fünf Todesopfer sein Beileid aus und dankte den Rettungskräften für ihren Einsatz.
Ich bin zutiefst schockiert und bestürzt über den heutigen tragischen Unfall mit einem niederländischen Reisebus in Graubünden. Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Den Familien der Verstorbenen spreche ich mein aufrichtiges Beileid aus.
— Guy Parmelin (@ParmelinG) September 10, 2026
Danke von Herzen…
Oad hatte unmittelbar nach dem Unfall nur wenig Informationen. Später ließ der Veranstalter verlauten, man sei zutiefst erschüttert, die Gedanken seien bei den Betroffenen und ihren Familien.
Bergung und Spurensicherung zogen sich bis in die Nacht hin. Am Freitagmorgen war die Engadinerstrasse wieder frei.
Für Überlebende und Angehörige richtete man eine Betreuungsstelle ein, der ANVR steht mit den Betroffenen in Kontakt. Wer unverletzt blieb, konnte mit einem eigens organisierten Bus zurück nach Österreich fahren.
Auch niederländische Behörden sind vor Ort: Ein Team der Botschaft, darunter die Botschafterin in der Schweiz, reiste nach Susch. Für Angehörige und ausländische Konsulate richteten die Schweizer Behörden zudem eine Hotline ein.
Zur Unfallursache und zum genauen Hergang wird weiter ermittelt.
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