Nahost

Liveticker Iran-Krieg – Folgen der Ölkrise reichen weit über das Kriegsende hinaus

Der Nahostkonflikt hat eine neue Stufe der Eskalation erreicht, seit die USA und Israel einen Angriffskrieg gegen Iran begonnen haben. Iran reagiert auf die Angriffe mit Raketenangriffen auf US-Militärbasen in der Region und auf Israel. Wir berichten über die aktuellen Entwicklungen.
Liveticker Iran-Krieg – Folgen der Ölkrise reichen weit über das Kriegsende hinaus
  • 26.04.2026 11:15 Uhr

    11:15 Uhr

    Iran verursachte größere Schäden an US-Basen als öffentlich bekannt

    Iran hat US-Stützpunkten und militärischer Ausrüstung im Nahen Osten seit Beginn der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf das Land am 28. Februar offenbar größere Schäden zugefügt als bisher öffentlich bekannt. Das berichtete NBC News am Samstag unter Berufung auf Quellen.

    Dem Bericht zufolge seien die Schäden durch iranische Vergeltungsschläge auf US-Militärbasen in sieben Ländern der Region "deutlich schwerwiegender als öffentlich eingeräumt" und dürften Reparaturkosten in Milliardenhöhe verursachen.

    Iran habe Dutzende Ziele getroffen, darunter Lagerhallen, Kommandostellen, Flugzeughangars, Satellitenkommunikationsanlagen, Start- und Landebahnen, hochmoderne Radarsysteme sowie zahlreiche Flugzeuge, heißt es weiter.

    Das Pentagon habe bislang keine Details zum Ausmaß der Schäden veröffentlicht. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) habe sich zu Schadensbewertungen nicht geäußert.

    Laut dem Bericht äußerten einige republikanische Abgeordnete hinter verschlossenen Türen Unzufriedenheit mit hochrangigen Pentagon-Beamten, da diese weder Informationen zum Schadensausmaß noch Kostenschätzungen für Reparaturen vorgelegt hätten.

    "Niemand weiß etwas. Und das liegt nicht daran, dass nicht gefragt wird", wurde ein Mitarbeiter des Kongresses von NBC News zitiert. "Wir fragen seit Wochen nach und bekommen keine Details, obwohl das Pentagon einen Rekordhaushalt anfordert."

    Der Bericht deutet zudem darauf hin, dass die Schäden und die hohen Reparaturkosten die Debatte neu entfachen könnten, ob US-Stützpunkte so nahe an einem Rivalen wie Iran sinnvoll stationiert sind.

  • 10:15 Uhr

    USA fangen Schiff der iranischen "Schattenflotte" ab

    Das US-Militär hat nach eigenen Angaben einen unter Sanktionen stehenden Frachter abgefangen. Das Schiff sei im Arabischen Meer von einem Hubschrauber des Zerstörers "USS Pinckney" gestoppt worden und werde nun in Richtung Iran zurückeskortiert, teilte das US-Regionalkommando CENTCOM auf der Plattform X mit.

    Bei dem Schiff handelt es sich demnach um die "M/V Sedan". Es gehört zu 19 Frachtern, die am Freitag vom US-Finanzministerium mit Sanktionen belegt wurden. Diese Maßnahmen richten sich gegen Irans sogenannte Schattenflotte, die nach US-Angaben eine zentrale Rolle bei den Einnahmen Teherans aus Öl- und Gasexporten spielt.

    Die US-Regierung erhöht damit den wirtschaftlichen Druck auf Teheran. Neben Sanktionen umfasst dies auch Maßnahmen gegen Schiffe, die aus iranischen Häfen auslaufen oder diese ansteuern. Laut CENTCOM wurden seit Beginn der Aktion bereits 37 Schiffe umgeleitet.

  • 09:06 Uhr

    Folgen der Ölkrise im Persischen Golf reichen weit über das Kriegsende hinaus

    Zu Beginn des Iran-Kriegs dauerte es nur wenige Tage, um tausende Ölfelder im Nahen Osten stillzulegen. Doch die anhaltende Schließung des Persischen Golfs bedeutet, dass es Monate oder sogar Jahre dauern wird, bis sich die Energieflüsse erholen.

    Der Schiffsverkehr ist nahezu zum Erliegen gekommen, während sich die USA und Iran in einem Tanker-Konflikt gegenüberstehen und diplomatische Bemühungen eingefroren sind. Der Brent-Ölpreis ist in dieser Woche wieder über 100 Dollar pro Barrel gestiegen, da energiehungrige Branchen weltweit erkennen, dass die Blockade deutlich länger andauert als ursprünglich befürchtet.

    Analysten und Führungskräfte der Ölindustrie sehen die Chancen auf eine schnelle Wiederaufnahme der Öllieferungen aus dem Persischen Golf schwinden. Selbst wenn die Meerenge morgen wieder geöffnet würde, wären die Schäden für die Weltwirtschaft noch lange spürbar.

    Die Wiederinbetriebnahme der produktivsten Ölregion der Welt wird erhebliche technische und logistische Herausforderungen mit sich bringen.

    Produzenten im Nahen Osten brauchen Tanker, die sich weltweit verteilt haben, um ihre Ladungen auszuliefern und zurückzukehren – was Monate dauern könnte. Der in Lagertanks angesammelte Treibstoff muss auf den Markt gebracht werden, um Platz für weiteres Öl zu schaffen. Außerdem müssen Arbeiter, die die Region beim Ausbruch des Krieges verlassen haben, zurückkehren.

    Goldman-Sachs-Energieanalysten erklärten diese Woche, dass je länger die Straße von Hormus geschlossen bleibt, desto langsamer die Erholung der Produktion ausfallen werde.

    Die Probleme dürften vor allem im Irak am gravierendsten sein, dem zweitgrößten Produzenten der Region nach Saudi-Arabien. Unter normalen Bedingungen fördert der Irak rund 5 % des weltweiten Öls. Die tägliche Produktion sei jedoch von 4,9 Millionen Barrel vor Kriegsbeginn Ende Februar auf etwa 1,6 Millionen Barrel eingebrochen.

    Eine der größten Hürden wird die Wiederinbetriebnahme der Ölfelder sein. Einige Förderfelder müssen nur schrittweise wieder in Betrieb genommen werden. In älteren Feldern dürfte zudem der Druck während der Stilllegung gesunken sein. Bei der Wiederinbetriebnahme könnte daher weniger Öl und stattdessen mehr Erdgas austreten.

    Analysten sagten gegenüber dem Wall Street Journal, dass die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Saudi-Arabien als mit Abstand größter Produzent besser durch die Krise kommen dürften, da sie den Druck in ihren Förderfeldern über Jahrzehnte sorgfältig gesteuert haben. Selbst dort werde sich die Produktion jedoch nicht sofort vollständig erholen.

  • 08:02 Uhr

    Friedenshoffnungen zwischen USA und Iran schwinden nach Trumps Abbruch der Gespräche

    Die Hoffnungen auf einen diplomatischen Durchbruch im US-israelischen Krieg mit Iran schwanden zu Beginn der neuen Woche. Gespräche zur Beendigung des seit zwei Monaten andauernden Kriegs stecken fest, und weder Teheran noch Washington zeigen große Bereitschaft, von ihren Positionen abzurücken.

    Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi verließ das vermittelnde Pakistan am Wochenende ohne Ergebnis. US-Präsident Donald Trump sagte zudem einen geplanten Besuch seiner Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Islamabad ab – zwei Rückschläge in kurzer Folge für die Friedensbemühungen.

    Die festgefahrene Situation lässt die größte Volkswirtschaft der Welt und eine bedeutende Ölmacht in einer Konfrontation verharren, die bereits die Energiepreise auf Mehrjahreshochs getrieben, die Inflation angeheizt und die globalen Wachstumsaussichten eingetrübt hat.

    Der iranische Präsident Massud Peseschkian erklärte in einem Telefonat mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif laut einer Mitteilung der iranischen Regierung, Teheran werde keine "aufgezwungenen Verhandlungen" unter Drohungen oder Blockaden führen.

    Peseschkian sagte, die Vereinigten Staaten müssten zunächst "operative Hindernisse" beseitigen – darunter die Blockade iranischer Häfen –, bevor Verhandler überhaupt eine Grundlage für eine Konfliktlösung schaffen könnten.

    Araghtschi bezeichnete seinen Besuch in Pakistan als "sehr fruchtbar". Eine iranische diplomatische Quelle in Islamabad erklärte, Teheran werde keine "maximalistischen Forderungen" der USA akzeptieren.

    Trump sagte Reportern in Florida, er habe den Besuch seiner Gesandten abgesagt, da die Gespräche zu aufwendig und kostspielig seien, um ein aus seiner Sicht unzureichendes Angebot Irans zu prüfen. Nach der Absage der Reise habe Iran "viel angeboten, aber nicht genug", so Trump.

    Auf Truth Social schrieb er erneut, innerhalb der iranischen Führung herrschten "massive interne Streitigkeiten und Verwirrung".

    "Niemand weiß, wer das Sagen hat – nicht einmal sie selbst", schrieb er. "Außerdem haben wir alle Trümpfe in der Hand, sie keinen! Wenn sie reden wollen, müssen sie uns nur anrufen!!!"

    Peseschkian erklärte bereits am Donnerstag hingegen, in Teheran gebe es "keine Hardliner oder Gemäßigten" und das Land stehe geschlossen hinter seinem obersten Führer. Irans Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf und Araghtschi bekräftigten diese Darstellung in den vergangenen Tagen.

    Teheran hat die Straße von Hormus weitgehend geschlossen, durch die normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen transportiert wird, während Washington iranische Ölexporte blockiert.

  • 25.04.2026 20:28 Uhr

    20:28 Uhr

    Netanjahu befiehlt neue Angriffe auf den Libanon

    Nachdem bereits im Verlauf des Tages trotz der Waffenruhe mehrere israelische Luftangriffe auf Orte im Südlibanon stattgefunden hatten und auch das Gebiet jenseits der von Israel gezogenen "gelben Linie" mit Artillerie beschossen worden war, hat auch die Hisbollah mit Raketen erwidert; zwei davon sollen aus dem Libanon auf Nordisrael abgefeuert worden sein.

    Nun hat nach dem Portal Ynet der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu befohlen, vermeintliche Ziele der Hisbollah im Libanon "mächtig" anzugreifen. Noch ist unklar, welche Ziele er damit meint – nach israelischen Angaben waren selbst die Luftangriffe auf Beirut vor einigen Wochen Angriffe auf Ziele der Hisbollah.

  • 19:09 Uhr

    Araghtschi zweifelt, dass die USA Diplomatie ernst meinen

    Auf dem Weg nach Maskat, der Hauptstadt des Oman und der zweiten Station der diplomatischen Reise von Abbas Araghtschi, postete er einen kurzen Bericht von seinen Gesprächen in Pakistan auf X.

    "Sehr ertragreicher Besuch in Pakistan, dessen Vermittlungsbemühungen und brüderliche Anstrengungen, den Frieden in unsere Region zurückzubringen, wir sehr schätzen.Wir haben Irans Haltung betreffend eines funktionsfähigen Rahmens für eine dauerhafte Beendigung des Krieges gegen den Iran mitgeteilt. Wir müssen erst sehen, ob es den USA mit der Diplomatie wirklich ernst ist."

    Araghtschi wird nach seinem Besuch in Maskat, bei dem vermutlich auch Details einer künftigen Regelung für die Straße von Hormus besprochen werden, da Iran beabsichtigt, die Einnahmen mit Oman zu teilen, zu seiner letzten Station aufbrechen: nach Moskau.

  • 18:48 Uhr

    Zweifelhafte Waffenruhe im Libanon

    Trotz der vermeintlichen Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon gab es heute mehrere israelische Luftangriffe auf Ortschaften im Südlibanon.

    Auch Gaza wurde wieder angegriffen. Ein Kreisverkehr nordwestlich von Gaza Stadt wurde aus der Luft bombardiert. Im Westjordanland wurde in der Umgebung von Nablus ein palästinensischer Bauernhof von Siedlern attackiert.

    Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums ist die Zahl der Todesopfer durch die israelischen Angriffe seit dem 2. März inzwischen auf 2.496 gestiegen. 7.725 Personen wurden verwundet.

  • 17:58 Uhr

    Trump streicht Flug von Witkoff und Kushner nach Pakistan

    Nachdem der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bereits aus Pakistan abgeflogen ist, hat nun US-Präsident Donald Trump gegenüber Fox News erklärt, Steve Witkoff und Jared Kushner flögen nicht mehr nach Islamabad.

    "Ich habe meinen Leuten vor einiger Zeit gesagt, sie waren bereit, loszufahren, und ich sagte: 'Nix da, ihr macht keinen 18-Stunden-Flug, um dahinzukommen. Wir haben alle Karten, Sie können uns anrufen, wann immer sie wollen, aber ihr macht keine 18-Stunden-Flüge mehr, um herumzusitzen und über nichts zu reden.'"

    Die iranische Regierung hatte immer erklärt, es seien gar keine Gespräche vereinbart, und es werde keine Gespräche geben, solange die US-Blockade nicht aufgehoben sei. In den letzten Tagen hatten die USA wieder vermehrt Flugzeuge zur Luftbetankung in den Nahen Osten geflogen.

  • 17:15 Uhr

    Iranische Delegation verlässt Islamabad

    Die iranische Delegation, zu der auch Außenminister Abbas Araghtschi gehört, hat Islamabad nach dem ganztägigen Treffen auf höchster Ebene verlassen, noch bevor die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in dem Land eingetroffen sind. Das berichtet Al Jazeera am Samstagnachmittag.

    Vor ihrer Abreise habe die Delegation den pakistanischen Führern ihre offizielle Liste mit Forderungen zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und Israel übergeben, sagte er.

  • 16:55 Uhr

    Ausmaß der Schäden an US-Basen beträchtlich

    Laut NBC News, die sich auf US-Beamte und Mitarbeiter des Kongresses berufen, hat Iran an US-Militärstützpunkten im Nahen Osten deutlich mehr Schaden angerichtet, als bislang öffentlich bekannt wurde.

    US-Einrichtungen und -Ausrüstung in den Golfstaaten wurden trotz der amerikanischen Luftabwehr kontinuierlich angegriffen, unter anderem von iranischen F-5-Kampfflugzeugen. Das Ausmaß der Schäden soll beträchtlich sein, wobei die Reparaturkosten möglicherweise in die Milliarden Dollar gehen.

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